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  • den Ruhestand im Eigenheim
  • Hartz-IV-sichere Vorsorge
  • Rückzahlungsgarantie für die gezahlten Beiträge (Kapitalgarantie)

 

Nach der staatlich geförderten Riester-Rente unterstützt der Staat als Ersatz für den Wegfall der Eigenheimzulage seit Ende 2008 mit dem "Wohn-Riester" (offiziell: Eigenheimrente) auch das Sparen fürs Eigenheim als ein Standbein der privaten Altersvorsorge.

Die wesentlichen Merkmale haben wir hier noch einmal für Sie zusammen gestellt:
 

Wer hat Anspruch auf Wohn-Riester?

Die Riester-Förderung und damit auch den „Wohn-Riester“ können alle Bürgerinnen und Bürger in Anspruch nehmen, die in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig und unmittelbar förderberechtigt sind. Zum unmittelbar förderberechtigten Personenkreis gehören beispielsweise:

  • Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung
    • rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer
    • rentenversicherungspflichtige Selbstständige
      • Handwerker, sofern sie noch pflichtversichert sind
      • Künstler, die über die Künstlersozialkasse versichert sind
      • ...
    • Bezieher von Arbeitslosengeld
      • ALG-II-Empfänger
      • aber auch Arbeitssuchende, die aufgrund der Anrechnung von Einkommen und/oder Vermögen z. Zt. keine Leistungen beziehen (=> mangelnde Bedürftigkeit)
    • Bezieher von Krankengeld, Verletztengeld, Versorgungskrankengeld oder Übergangsgeld
    • nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen (z. B. bei Pflege von Angehörigen im Haushalt) wenn der Pflegebedürftige Anspruch auf Leistungen aus der sozialen oder einer privaten Pflegeversicherung hat
    • Wehr- und Zivildienstleistende
    • geringfügig Beschäftigte bei Verzicht auf die Versicherungsfreiheit, wenn der Beitrag des Arbeitgebers (derzeit pauschal: 15%) vom Arbeitnehmer um 4,9% auf den vollen Rentenversicherungs-Beitrag (19,9%) aufgestockt wird
    • Bezieher von Vorruhestandsgeld, sofern diese zuvor pflichtversichert waren
    • Rentner wegen voller Erwerbsminderung oder Erwerbsunfähigkeit aufgrund des Bezugs einer entsprechenden Rente
    • Empfänger einer Versorgung wegen Dienstunfähigkeit aufgrund des Bezugs einer entsprechenden Versorgung
  • Pflichtversicherte in der Alterssicherung der Landwirte
  • Beamte und Empfänger von Amtsbezügen
  • Kindererziehende während der rentenrechtlich zu berücksichtigenden Zeiten (für das Jahre der Geburt - für das ganze Kalenderjahr in dem das Kind sein drittes Lebensjahr vollendet)

Nur diese Riester-Förderungsberechtigten können unmittelbar von der Förderung profitieren. Darüberhinaus können jedoch die Ehegatten von unmittelbar Förderugsberechtigten eine mittelbare Förderberechtigung erhalten, wenn die Ehegatten nicht dauernd getrennt leben.

Nicht zulagenberechtigter Personenkreis

Nicht zulagenberechtigt ist dagegen z.B. folgender Personenkreis:

  • nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige
  • nicht rentenversicherungspflichtige Studenten
  • Pflichtversicherte in Einrichtungen einer berufsständischen Versorgung
    • z. B. Ärzte, Tierärzte, Apotheker und Architekten - sog. verkammerte Berufe
  • geringfügig versicherungsfrei Beschäftigte, die den Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung nicht durch eigene Beiträge aufstocken
  • Altersrentner
  • Bezieher einer Rente wegen teilweise verminderter Erwerbsfähigkeit ohne rentenversicherungspflichtige Beschäftigung oder Tätigkeit

Was wird gefördert?

Seit den Änderungen in der Riester-Förderung von 2008 kann das geförderte Altersvorsorgekapital einfacher und vor allem sofort für die selbst genutzte Wohnimmobilie genutzt werden für:

  • Erwerb oder Bau einer selbst genutzten Wohnimmobilie
  • Tilgungsleistungen, wenn die zugrunde liegenden Darlehen für die Finanzierung einer selbst genutzten Wohnimmobilie eingesetzt werden
  • Genossenschaftsanteile, die neu erworben werden, wenn man in der betreffenden Genossenschaft wohnt
  • Entschuldung der selbstgenutzten Wohnimmobilie zu Beginn der Auszahlungsphase

Die Wohn-Riester-Rente kann dabei wie folgt genutzt werden:

  • Abschluss eines Riester Darlehen
  • Abschluss eines Riester Bausparvertrag
  • Kapital-Entnahme aus einem laufenden Riester-Vertrag zum Zweck der Finanzierung einer neuen Immobilie oder um über eine Sondertilgung eine bestehende Immobilienfinanzierung zu entlasten.

Wie wird gefördert?

Die Altersvorsorgezulage setzt sich aus der Grundzulage und der Kinderzulage zusammen :

Grundzulage:
154,00 Euro
Kinderzulage:
*= 01.01.2009: 300,00 Euro
Berufsanfängerbonus:
200,00 Euro (bis zum 25. Lebensjahr)

Die volle Zulage erhält jedoch nur, wer den Mindesteigenbeitrag in einen Riester-Vertrag bezahlt, mindestens aber den Sockelbetrag pro Jahr.

Mindesteigenbeitrag:
4,0% des des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens, vermindert um die Zulage des laufenden Jahres
maximal:
2.100,00 Euro pro Jahr
Sockelbeitrag:
60,00 Euro pro Jahr

Wer weniger als den Mindesteigenbeitrag einzahlt, erhält auch die Zulage nur anteilig

Ist bei Ehegatten nur einer unmittelbar förderfähig, so muss auch nur er Eigenbeiträge leisten. Erhält er volle oder gekürzte Zulagen, erhält der andere (nur mittelbar förderfähige) Partner ebenfalls die volle oder um den gleichen Prozentsatz gekürzte Zulage (§ 86 Absatz 1 Satz 6 EStG).

Empfehlungen zum Wohn-Riester

 

  • Grundsätzlich gilt: Nur wer die Last der Eigenheimfinanzierung auch ohne Förderung tragen kann, sollte zu Wohn-Riester-Angeboten greifen. Helfen nur die Zulagen die Finanzierung zu schultern, drohen bei der Eigenheimrente zu viele Risiken.
  • Attraktiv sind vor allem Wohn-Riester-Darlehen. Denn die zusätzliche Tilgung durch Zulagen spart erhebliche Zinskosten.
  • Bauherren sollten die Angebote aber sorgfältig prüfen. Interessant sind nur Angebote, die kostenfreie Sondertilgungen zulassen und auf Zusatzkosten wie Kontogebühren und Servicepauschalen verzichten.
  • Ob sich die Nutzung von Riester-Bausparverträgen lohnt, hängt dagegen auch vom Zinsumfeld ab. Angesichts derzeit niedriger Baugeldzinsen sind viele Bauspardarlehen zu teuer.
  • Die Eigenheimrente ist kein einfaches Produkt. Wer die Zulagenförderung für die eigenen vier Wände nutzen will, sollte sich daher vor Vertragsabschluss umfassend beraten lassen.

 

[Quelle: ÖKO-TEST, Ausgabe 2/2009]

 

Quellen: